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  • Birgit Bauer

Freiheit, Überlegenheit, Stärke, Macht

Aktualisiert: Feb 15

Wir sehen mehr als wir sehen!


Dieser Vogel ist ein Vogel ist ein Vogel - Punkt! Aus! Fertig! - Falsch! Dieser Vogel ist ein Greifvogel ist ein Adler ist u.a. ein Symbol für Freiheit, Unabhängigkeit und Macht.

Das Bewusstsein des Betrachters sieht nur für den Bruchteil einer Sekunde einen Vogel, dann schiebt das Unterbewusstsein sofort eine Flut an Assoziationen hinterher, aus denen sich dann das Bewusstsein, je nach Kontext und umgebundenen Hinweisen, die passenden aussucht.


Bilder, Farben, Symbole - der Mensch nimmt viel mehr wahr und interpretiert ununterbrochen. Er kann gar nicht anders! Evolutionär betrachtet, ist der Mensch ein Bilderleser und Geräuschedeuter. Spuren im Erdboden, Laute von Tieren, Gefahr oder Nichtgefahr - der Menschen war (und so ist es auch noch heute) Teil der Umwelt und musste sich mit seinen Sinnen und seinem Wissen in ihr zurechtfinden. So fingen Menschen vor zehntausenden von Jahren an sich bildlich auszudrücken und sich gegenseitig Botschaften zu hinterlassen. Doch wie hinterlässt man Botschaften in Bildern, so dass andere sie sofort verstehen? - Ganz einfach - man weiß um die Assoziationen der Betrachter, denn sie werden durch die Jahrhunderte oder sogar durch die Jahrtausende von einer Generation zur nächsten tradiert. So steht in unserer Gesellschaft Rot für die Liebe aber auch für die Gefahr. Hellblau symbolisiert Freiheit und steht gleichzeitig für ein männliches Kleinkind. Das Kreuz steht je nach Kreuzart für das Christentum oder für eine Kreuzung. Menschen brauchen nicht darüber nachzudenken, denn die Bilder, Farben und Symbole sind tief in ihnen verankert und urvertraut.


Dieses Wissen machen sich Künstler, Designer und Bildredakteure zu nutze. Um etwas visuell Unausdrückbares auszudrücken arbeiten sie mit Metaphern und Farben. Während Maler und Bildhauer sich in der Regel rein auf die Bildsprache verlassen, verbinden Designer und Bildredakteure das geschriebene Wort mit dem Bild.


Text und Bild gehen in den Medien eine Einheit ein. Je nachdem ergänzt das Wort das Bild oder das Bild unterlegt oder verstärk die Textaussage. Der Betrachter nimmt in der Regel zuerst das Bild und dessen Stimmung wahr, bevor er sich dem Geschriebenen zuwendet. Nach einem in der Regel starken Primärreiz, wird im Unterbewusstsein die Farbe und die damit zusammenhängende Stimmung erfasst bevor der Mensch über die Struktur des visuellen Reizes in die genauere Betrachtung einsteigt. Je detailliert und kleinteiliger die Information ist, desto später wird sie registriert, im Bewusstsein wahrgenommen und durchdacht.


Ob in groß angelegten Bilderzyklen von Kirchen oder auf Plakaten an Litfaßsäulen, überall funktioniert die gleiche Bildsprache - auch auf Webpages oder Flyern. Diese transportieren neben den Informationen noch viel mehr und auch ein ungeschultes Auge kann erkennen, ob ein Flyer schnell und lieblos produziert wurde oder ob er zugewandt, den Informationssuchenden ansprechen möchte.









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