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  • Birgit Bauer

In der Tradition verhaftet, im Gegenwärtigen zu Hause oder schon die Zukunft vorausgenommen ...

Aktualisiert: März 10

... was aus einer Homepage herausgelesen werden kann!


Eine Homepage ist wie die persönliche Handschrift und nicht nur ein Graphologe erkennt die Persönlichkeit! Ein bisschen Geschichte vorab:

Seit 1990, dem Beginn des World Wilde Web und der ersten Homepage http://info.cern.ch/hypertext/WWW/TheProject.html sowie der Einführung von WordPress 2003 haben sich unsere Sehgewohnheiten dramatisch verändert. Ein bisschen Übung und Sensibilisierung und Sie können sehen, aus welcher Epoche eine Homepage ist. Zunächst waren Homepages reine Schriftseiten, die im nächsten Schritt in Blöcke zusammengefasst wurden und sichtbar Struktur bekamen. Kurz darauf zogen die ersten kleinformatigen Bilder ein. Neben der professionellen Unternehmenshomepage entstand eine neue Gattung, die Homepage der Kleinstselbständigen. Erste Homepage-Modul-Bausätze erleichterten das Erstellen von eigenen Webseiten und neben den Webpages professioneller Agenturen etablierte sich die eigengestaltete Homepage mit dem vorrangigen Ziel durch viel Text die eigene Expertise und die damit zusammenhängende Professionalität öffentlich zu machen. Die Entwicklung von Webpages sowie die der Star-up-Szene gehören untrennbar miteinander zusammen.


Mit dem Blog, einem virtuellen Tagebuch, hielt neben der klassischen Homepage, die eigene Erlebniswelt in Wort und Bild Einzug ins Netz. Man teilte auf sozialen Netzwerken und in (Reise)-Blogs seine Erlebnisse und Abenteuer - dem Bild kam nun ein neuer Stellenwert zu. Es war nicht mehr ergänzendes Beiwerk sondern selbstsprechendes Element. Auf Homepages wurde nun die eigene Seriosität durch "persönliche Bilder in professionellem Setting" untermauert und der Blog wurde zum Content-Marketing-Element. Das vermehrte Aufkommen der Homepage-Modul-Bausätze beendete das lästige Programmieren und sorgten dafür, dass das Schrifttypen- und Schriftgrößendurcheinander endete. Die Webseiten wurden ruhiger, harmonischer und "gestalteter". Doch nach wie vor war die Homepage nicht mehr als ein virtueller Träger des an den Kunden zu bringenden Warenangebotes.


Mit Einführung von Instagram 2010 änderte sich die mediale Welt dramatisch - Neben Schrift und Bild kam nun Video und Sprache als Werbeelement ins Netz und es entstand das Format des Influenzers. Von Nobody zum indirekten Werbeträger - die jungen Menschen konsumieren, was vermeintliche Freunde anpreisen. Eine Zeitlang schien es, als würden die großen sozialen Netzwerke die Homepages überflüssig machen. Doch mit nichten! Die Homepage hat sich gewandelt und ist gegenwärtig mehr als ein virtueller Informationsträger - sie lässt den Besucher tief Einblicke in die Unternehmensseele zu.


Zusammen mit diesem Webdesign-Hintergrundwissen sowie dem Wissen rund um Bildaufbau, Farb- und Kompositionslehre, Schriftauswahl, Sehgewohnheit und kollektiver Assoziation kann einer Webseite sehr viel an zusätzlichen Informationen entlockt werden, ohne dass ein Wort dafür verwendet wurde. Und das Besondere: Man sieht es, ohne dass man es wirklich sieht!

Dr. Birgit Wegerich-Bauer für Wild Web Poetry

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